Crisis Resource Management (CRM) in der Medizin
In medizinischen Notfällen zählt nicht nur Fachwissen, sondern vor allem Teamarbeit, Kommunikation und klare Entscheidungen. Crisis Resource Management (CRM) bietet dafür die Werkzeuge – für mehr Sicherheit, bessere Teamdynamik und weniger Fehler.
8/4/20252 min read


Was ist CRM?
CRM steht für Crisis Resource Management – ein Konzept, das ursprünglich aus der Luftfahrt stammt und heute fester Bestandteil sicherheitskritischer Branchen wie der Medizin ist.
Im Zentrum steht der sinnvolle Umgang mit Ressourcen: Personal, Material, Zeit, Information – und vor allem Teamarbeit. Ziel ist es, Fehlerquellen zu erkennen, Stressfaktoren zu managen und gemeinsam als Team effektiv zu handeln.
CRM fokussiert sich auf nicht-technische Fertigkeiten, wie Kommunikation, Führung, Entscheidungsfindung und Situationsbewusstsein. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, wenn Routine versagt – und es auf kluge Teamarbeit ankommt.
Warum CRM in der Medizin unverzichtbar ist
In medizinischen Zwischenfällen sind es häufig keine Wissenslücken, die zu Problemen führen – sondern Faktoren wie unklare Rollen, fehlende Kommunikation oder ineffektive Führung.
Genau hier setzt CRM an: Es bietet klare Leitsätze und Verhaltens- und Kommunikationsstrategien, die Teams helfen, auch unter Druck strukturiert zu arbeiten, Risiken früh zu erkennen und die Patient:innenversorgung sicher zu gestalten.
Trainiert wird CRM am besten im Rahmen realistischer Simulationen – in gewohnter Umgebung, mit dem echten Team, mit direktem Feedback. So wird aus Theorie gelebte Praxis.
Die 15 CRM-Leitsätze für die medizinische Praxis
Diese 15 Leitsätze bieten ein praktisches mentales Modell, um in akuten Situationen Orientierung und Handlungssicherheit zu schaffen:
1. Kenntnisse über Umgebung und Ressourcen
Wer ist verfügbar? Wo finde ich was? Was steht mir zur Verfügung?
2. Antizipieren und Planen
Denke voraus – was könnte als Nächstes passieren, und wie bereite ich mich vor?
3. Frühzeitig Hilfe holen
Hole Unterstützung, bevor es zu spät ist – lieber einmal zu viel als zu wenig.
4. Führung übernehmen
Klare Führung gibt Struktur, Orientierung und entlastet das Team.
5. Arbeitsbelastung verteilen
Nutze alle im Team sinnvoll – niemand kann allein alles leisten.
6. Alle verfügbaren Informationen nutzen
Kombiniere Daten aus Monitor, Labor, Anamnese, Team-Feedback etc.
7. Checklisten verwenden (wenn verfügbar)
Checklisten schaffen Sicherheit, besonders in komplexen oder seltenen Szenarien.
8. Fixierungsfehler vermeiden und erkennen
Sei offen für andere Hypothesen – bleibe kognitiv flexibel.
9. Gute Teamarbeit beachten
Unterstütze dein Team aktiv – denke mit, handle koordiniert.
10. Alle Ressourcen mobilisieren
Ziehe auch externe Hilfe in Betracht – z. B. andere Fachbereiche, Technik, Hilfsmittel.
11. Probleme laut ansprechen
Was nicht angesprochen wird, kann nicht gelöst werden.
12. Rückmeldung aktiv einfordern
Feedback verbessert Entscheidungen und bringt andere Perspektiven ein.
13. Klar und direkt sprechen
Eindeutige, kurze Ansagen – keine Missverständnisse.
14. Informationen bestätigen lassen
„Closed-Loop“-Kommunikation – sende, wiederhole, bestätige.
15. Regelmäßig Rückschau halten
Kurze Team-Stopps helfen, den Überblick zu bewahren: Wo stehen wir? Was kommt jetzt?
Fazit: CRM gehört in jedes medizinische Team
Crisis Resource Management schafft ein gemeinsames Verständnis für sicheres, koordiniertes Handeln – besonders dann, wenn es darauf ankommt. Die 15 CRM-Leitsätze helfen Teams, Struktur in dynamische Situationen zu bringen, Fehler frühzeitig zu erkennen und Patient:innensicherheit zu erhöhen.
In unseren Simulationstrainings vermitteln wir diese Prinzipien praxisnah, konkret und direkt am Arbeitsplatz. So können Teams ihre Zusammenarbeit verbessern – nicht theoretisch, sondern im echten klinischen Umfeld.
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